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Gedanken übers Gedanken machen

1

Sind das eigene Gedanken,

oder bloß Bilder, die ich lieh?

Fast erstickt an meinen kranken

Monstern aus Sprachmelancholie,

als sich grazil wie Elefanten

die Idee von dannen stiehlt. 

 

2

Wir wurden maßlos mies betrogen.

Schluckgeimpft, das etwas fehlt.

Glitzernde Kompensationen

offenbaren sich als Beet

zynisch zart gepflanzter Blumen,

das hinter einem weiteren liegt. 

 

3

Wieviel Fiktion verträgt Ehrlichkeit?

Ob Lob heimlich neidisch auf Neid ist?

Was unbequem beständig bleibt

ist, dass Vergänglichkeit Zeit frisst

und ungeniert die Hand ergreift,

die noch nicht zum Tanzen bereit ist. 

 

 

3,5

Kurz vor Ende des letzten Satzes

ist dann endlich der Knoten des roten Fadens 

aus der Hand der Ariadne 

geplatzt.

Rauchschwadenschleierwölkchen behutsam zerknirscht

in krumme Zeilen auf weißen Seiten

gekratzt.

Bisweilen den Kopfstopfen ziehen und alles ganz laut rausschreiben,

denn dann ist innen wieder Platz. 

 

 

PS.

Das ist Teil 2 des kleinen Austauschprojekts von Patricia Tarczynski und mir. Nur diesmal umgekehrt. Letzte Woche habe ich Patricia einen Text geschickt, den sie dann illustrieren durfte. Dieses Mal habe ich ein Bild von ihr bekommen und inspiriert davon entstand dann der obige Text.

 

Soundtrack der Woche

  

Illustration: Patricia Tarczyinski