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Die Jahresuhr steht niemals still

DER WEG ZU HEUTE IST MORGEN SCHON GESTERN TEIL 3

Ich muss ja sagen, ich mag Konzeptalben unheimlich gerne. Also Alben, denen man anmerkt, dass sie als Gesamtkunstwerk verstanden werden wollen. Songs, die eher Kapiteln einer Geschichte gleichen und trotzdem auch einzeln hervorragend funktionieren. Ein roter Faden, der sich durchzieht, ohne dabei zu konstruiert und angestrengt zu wirken. 

Großartig finde ich da zum Beispiel das Atlas Projekt von Sleeping at Last. Ein musikalisches Projekt, das aktuell ganze 6 einzelne EPs umfasst. Jede hat ein bestimmtes Oberthema, das dann im Detail heruntergebrochen wird. Ganz toll. Schon beim Artwork angefangen. Kann ich nur empfehlen.  

Weitere Beispiele, die ich sehr inspirierend finde, sind u.a.

Jon Foreman, der eine seiner EP Reihe auf jeweils einer Jahreszeit aufbaut. Und bei einer neuen jede EP einer bestimmten Art von Licht.

Levi the Poet , der sein gesamtes (und überaus grandioses) Spoken Word Album Correspondence (a fiction) aus Briefen bestehen lässt, die sich die drei Hauptcharaktere gegenseitig hin und her schreiben. 

 

Gungor, die ihre letzten drei Alben als Trilogie anlegen und in ihrer One wild Life Reihe jeweils eine Platte zu Body, Spirit und Soul veröffentlichen. 

Auf so etwas in der Art hatte ich ich auf jeden Fall auch Bock, als ich Heute ist morgen schon gestern geschrieben habe. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass jeder Text theoretisch auch für sich alleine stehen können sollte und auch ohne den Kontext der Platte auf der Bühne funktionieren muss. (Spoken Word Poetry ist eben auch Bühenlitaratur, die ein Stück weit erlebt und nicht nur gelesen werden möchte). Ich habe mir dann etwas überlegt. Und die Idee ist zuletzt auch auf meine Bewunderung der Jon Formen EPs zurück zu führen! 

Man kann das Hörbuch definitiv durchhören, ohne jemals von diesem Konzept gewusst zu haben. 

Aber für die zwei Neugierigen, die sich genauso wie ich gerne in so ein Konzept eingraben, sei hier die nerdige Idee verraten: 

Das Hörbuch umfasst 13 Stücke. Wobei das Titelstück als eine Art Intro funktioniert. Bleiben noch 12. Diese 12 Stücke sind tatsächlich in 4 gedachte 3er Blöcke eingeteilt. Jeder Block steht für eine Jahreszeit. Das ganze beginnt im Herbst (Potenzielle Portale, Es war einmal, Das letzte Blatt), setzt sich fort im Winter (Nachtwache, 13/11/15, Wie weis Weis ist), dann wird es merklich Frühling (#neuland, Wie fängt man seinen Schatten, Protagonist) und gipfelt schlußendlich im Sommer (Polaroids, Du fliehst so schnell, Der Weg). 

Es geht bei den Stücken aber weniger darum, dass sie alle inhaltlich etwas mit der jeweiligen Jahreszeit zu tun haben (obwohl einige das durchaus tun). Sondern es ging mir eher um die Stimmung, die dieser Jahreszeit (in meinen Augen zumindest) inne wohnt. Darum beginnt die Platte mit den etwas melancholischeren, nachdenklicheren Stücken, haut dem Hörer gefühlt während des Winters nochmal richtig in die Magengrube, um ihn dann aber am Frühlingserwachen und der damit verbundenen Hoffnung teilhaben zu lassen und entlässt ihn am Ende dann in einen gedachten Spätsommertag. 

Und dann, dann fängt das ganze wieder von vorne an. Oder so ähnlich...