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Und dann kam die Angst

DER WEG ZU HEUTE IST MORGEN SCHON GESTERN TEIL 2

“I hate writing, I love having written.”

― Dorothy Parker

Das ist der zweite Teil einer kleinen Blog Trilogie, in der ich ein bisschen die Ideen von „Heute ist morgen schon gestern“ erzählen möchte. Im ersten Teil ging es um Science Fiction, Theologie und Physikhass. Im zweiten geht es irgendwie um Angst. 

Ich hab da ja mal dieses „Was ist dir heilig?“ Stück geschrieben. Und ich bin wirklich sehr dankbar, was dadurch so alles passiert ist. Besonders auch den Liveworship Freunden, die mir diese tolle Möglichkeit geschenkt haben. Diese Zusammenarbeit hat krass viele Türen geöffnet und ich bin mir recht sicher, dass manches anders gelaufen wäre, hätte es da nicht eines Tages diesen Anruf von Daniel John Riedel gegeben. 

Mitzubekommen, dass so viele Menschen das Stück mögen, bei YouTube klicken, teilen, Feedback schicken usw. war sehr großartig. Ganz ehrlich. Sowas kann man wohl weder planen, noch machen. Und ich bin dankbar, dass es so viele Menschen erreicht und berührt hat. 

Trotzdem hat das auch seine nervigen Schattenseiten mit sich gebracht. Im Frühjahr 2015 stellte sich erstmals die Frage, wann eigentlich wieder was neues kommt. Gute Frage. Weiß ich auch nicht! Und dann Panik! Was, wenn nie mehr was neues kommt? Was, wenn mir nie wieder was spannendes einfällt? Wenn „Was ist dir heilig“ ein One Hit Wonder war, für das ich gar nicht wirklich was konnte und mir ab jetzt nur noch belangloser Quatsch einfällt. Was, wenn die Leute dann merken, dass dieser Typ in Wirklichkeit gar nicht schreiben kann und es keinen mehr interessiert, was er von sich gibt? 

Ich glaube, anfangen ist gar nicht so schwer. Selbst kurz mit etwas Erfolg zu haben, ist manchmal irgendwie machbar. Aber durchzuziehen und sich dafür zu entscheiden, sich voll und ganz in eine Sache zu investieren, lernen besser zu werden und sich zu durchzubeißen auch wenn man grade keine Likes dafür bekommt, das scheint mir die Kunst an der Sache zu sein. Und das macht vermutlich am Ende des Tages auch den Unterschied. 

Es war trotzdem äußerst furchterregend mit einem Haufen loser Fragmente und vollgekritzelter Notizbücher nach Dänemark zu fahren und zu hoffen, dass die Ideen sich schon dazu gesellen würden. Während mein erstes Hörbuch ja eher sowas wie ein Best of meiner damaligen Bühnentexte war, die sich über einen längeren Zeitraum angesammelt hatte, musste nun für Heute ist morgen schon gestern“ alles von Null entstehen. 

Der Großteil der Texte ist tatsächlich in dieser intensiven Schreibphase entstanden. Ich fühle mich sehr wohl mit dem Ergebnis. Das sind die Dinge, die ich sagen wollte, Gedanken, die ich teilen wollte und Bilder, die ich malen wollte. Ich glaube diese anfängliche Angst tat dem Projekt gut. Ich bilde mir ein, dass es dazu geführt hat, dass Zweifel und Glaube Händchen haltend über diese Platte tanzen dürfen. Und heimlich hoffe ich ein bisschen, dass der eine oder andere sich vielleicht vom Fragen und Schweigen abgeholter fühlt, als von vorschnell formulierten Antworten.

Dieses Gefühl habe ich übrigens in dem Stück „Potenzielle Portale“ zu konservieren versucht. Es kommt auf der Platte direkt hinter dem Titelstück, das eher so was wie ein Intro ist. Ich fand den Gedanken schön wirklich mit dem anzufangen, was da am Anfang auch war: Selbstzweifel und Angst. Alles andere findet dann von da seinen Weg irgendwie. Mehr oder weniger. 

 

PS. 

Wer grade in einer ähnlichen Phase steckt, oder aber einfach ein paar gute Bücher zum Thema Kreativität lesen möchte, dem seien die folgenden wärmstens ans Herz gelegt. Sie haben mich extrem bereichert: 

Die Kreativitäts AG von Ed Catmull (Gründer von Pixar) 

Das Leben und das Schreiben von Stephen King