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Angst im Glück

              Illustration: Patricia Tarczynski

              Illustration: Patricia Tarczynski

Sie hat Angst vor Glück,

fürchtet sich vor Freude. 

Bittet um Bedenkzeit, 

wenn sie nicht durchblickt, 

was die Begeisterung bedeutet. 

 

Lieber baut sie das Haus 

gar nicht erst auf, 

kommt damit dem schnaubenden

Sturm zuvor,

bevor

der tosend ihr Zuhause 

raubt. 

 

Lieber kontrollierte Brandrodung,

weil ihr verbrannte Erde 

seltsam bekannt vorkommt. 

Beseelt vor sich hin zu leben

Nur um am Ende mit anzusehen, 

wie all das, was lebenswert schien 

in Flammen aufgeht,

geht für sie nicht. 

 

Ein derart schönes Wesen

hat

zu viel Hässlichkeit gesehen,

um Schönheit ernsthaft 

jemals

in Betracht zu ziehen. 

 

Naivität zum Feinbild gerahmt

und um ein Haar

beinahe vergessen zu ahnen,

wie wandern damals

ohne die Gewichte war. 

 

Hoffnung abgeheftet.

In verwinkelten Archivregalen

schlummert fast vergessen

schimmernd 

unentwegt

ein neuer Tag

Und es entsteht ein Eisberg

Illustration: Patricia Tarczynski

Illustration: Patricia Tarczynski

Erst ein Kitzeln

dann ein Schauern

dann ein fürchterliches Dauern

als warme Nähe auf ihn drückt,

mit der sie lächelnd auf ihn lauert. 

 

Erst ein Zucken

dann ein Knacken

dann wirft er ungewohnte Schatten,

die das Augenlicht kreiert,

das sie auf ihn geworfen hat. 

 

Erst Erstarren

dann ein Ahnen

bis bitter die Gewissheit kam

dann bricht er ab vom großen Ganzen

das ihn fest haltend Heimat gab. 

 

Abgerissen

Abgereister

setzt die Segel mit den Wogen

Als sein Verlust zum Schauspiel wird

stürzt er durch den zweiten Boden. 

 

Jetzt ist er.

Etwas Neues

ward geboren aus Gewohntem.

Der einst so fest Verschmolzene

lässt sich nun treiben mit den Booten.

 

Abgeschirmt 

von Oberflächen

bleibt sein Ganzes gut versteckt,

weil sein wahres Wesen wartet,

ob wer tiefer geht und taucht

und im Tiefenrausch

der Fluten

sein wundes Wurzelwerk entdeckt,

das, eindeutig abgerissen,

sich nach neuer Nähe streckt.

Architekten

Illustration: Patricia Tarczynski

Illustration: Patricia Tarczynski

Und aus deinem Du

wurde Förmlichkeit

Und aus deiner Nähe

wurde Schwere. 

Und aus deinem Vertrauen

wurde Lauern.

Und aus der großen Geschichte

wurden Anekdoten

Und aus eines Tages

wurde damals

Und aus jetzt

wurde gestern

 

Und wir standen betrübt

vor den rauchenden Resten

der Kartenhausruine.

 

Dann sammelte jeder sein Deck zusammen,

um sie fortan auf anderen Flächen zu stapeln.

In deinen Händen

 

In deinen Händen 

liegen Welten,

die du formst, 

indem du sprichst. 

 

Hoffnung, dass

aus den Erwähnten

nichts vertropft

versehentlich. 

 

_

 

Als das Licht ankam,

folgte der Schatten 

auf dem Fuß.

Und du sagtest,

das sei gut.

 

Absurd

 

Aber liegt nicht in jedem von mir erdachten Romanschurken

auch ein Schattenstück meines eigenen Abgrunds?

 

Sagt das was über dich?

Oder nur über uns? 

 

Und vielleicht haben deshalb alle ständig Angst vor diesem Zorn.

Denn wird die hohle Hand zur Faust, 

wär’ der Kreis darin verloren. 

 

_

 

Wenn alles sich ändert, 

fällt nichts sehr ins Gewicht.

Verändere ich mich?

Oder die Sicht sich? 

Oder die Sicht mich? 

Letztendlich

ist nichts 

letztendlich

außer

Erkenntnis,

die trotzdem begrenzt ist.

Letztendlich

ist nichts

unendlich.

 

Nur Du.

 

Und oft tröstet das.

Und manchmal macht es mich ängstlich.

Siehe, die Völker sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waage. Siehe, die Inseln sind wie ein Stäublein
— Die Bibel, Jesaja 40,15
Go then. There are other worlds than these.
— Jake Chambers - The Dark Tower - Stephen King
Illustration: Patricia Tarczynski

Illustration: Patricia Tarczynski