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In deinen Händen

 

In deinen Händen 

liegen Welten,

die du formst, 

indem du sprichst. 

 

Hoffnung, dass

aus den Erwähnten

nichts vertropft

versehentlich. 

 

_

 

Als das Licht ankam,

folgte der Schatten 

auf dem Fuß.

Und du sagtest,

das sei gut.

 

Absurd

 

Aber liegt nicht in jedem von mir erdachten Romanschurken

auch ein Schattenstück meines eigenen Abgrunds?

 

Sagt das was über dich?

Oder nur über uns? 

 

Und vielleicht haben deshalb alle ständig Angst vor diesem Zorn.

Denn wird die hohle Hand zur Faust, 

wär’ der Kreis darin verloren. 

 

_

 

Wenn alles sich ändert, 

fällt nichts sehr ins Gewicht.

Verändere ich mich?

Oder die Sicht sich? 

Oder die Sicht mich? 

Letztendlich

ist nichts 

letztendlich

außer

Erkenntnis,

die trotzdem begrenzt ist.

Letztendlich

ist nichts

unendlich.

 

Nur Du.

 

Und oft tröstet das.

Und manchmal macht es mich ängstlich.

Siehe, die Völker sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waage. Siehe, die Inseln sind wie ein Stäublein
— Die Bibel, Jesaja 40,15
Go then. There are other worlds than these.
— Jake Chambers - The Dark Tower - Stephen King
Illustration: Patricia Tarczynski

Illustration: Patricia Tarczynski

Die Beschreibung der Vielseitigkeit

Illustration: Patricia Tarczynski

Illustration: Patricia Tarczynski

Ich bin beeindruckt von deinem Gedächtnis.

Vieles, das ich wieder vergess’ ist

trotzdem noch sichtbar in dir. 

 

Mit dir 

teile ich Ideen.

und auf dir 

lernen sie zu gehen.

 

Abgefüllt mit dem blubbernden Fusel

meiner diffusen Wortkreationen,

rauschartig zusammen gesponnen,

wirst du doch nie betrunken davon

 

Du vielseitiger Weggefährte.

Fernrohr in Vergangenheit

Schublade für erlebte Schwere,

die schluckend mich von Kram befreit,

den ich nicht losgeworden wäre,

ohne Auszeit in dem Reich, 

in dem der Uhren Ticken träge

dem Weiß der leeren Zeilen weicht. 

 

Ich liebe dich.

Weil du wie Frieden bist

sobald du dich mir öffnest.

 

Du findest meine Meinung schön.

Unkommentiert lässt du sie stehen

bis ich sie selber revidier’.

Durchgestrichen.

Neu probiert.

Offensichtlich fasziniert

bist du kopfüber tätowiert 

mit anvertrauten Silben. 

 

Vertrauter Freund.

Geheimnishüter.

Dein Fehlen tät’ mir weh.

laut geträumt

auf unberührtem

unschuldig gefallenem Schnee

setz' ich Spuren Signaturen

bis der Zeitwind sie verweht. 

 

Manchmal forderst du Erfüllung

blickst fast vorwurfsvoll heraus  

fast als wolltest du mich zwingen

dir zu geben, was ich brauch. 

 

 

 

 

Nackt

Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.
— Die Bibel, Genesis 3,7

Alles scheint wie ausgezogen.

So schrecklich offensichtlich. 

Vom Lichterkegel aufgesogen

seh’ ich meist dich und mich nicht. 

 

Alles scheint wie formuliert. 

In Riesen Lettern an den Wänden.

Geheimnis, das geheim verliert

fällt durchblickt in fremde Hände. 

 

-

 

Unsagbar

unbequem

so

vor dir 

rum zu stehen. 

 

Ich möchte deinem Blick entfliehen. 

Ich wünsch’ mir, dass du mich nicht siehst. 

Und allein mit mir,

hoff’ ich verzweifelt, 

dass du mich nicht übersiehst. 

 

Wenn

ich 

mir 

meiner 

meist

nicht sicher bin, 

wie sollt’ ich es dann 

deiner sein? 

Einsamkeit 

inmitten von Menschenmengen,

die sich wie unbeholfene Tänzer

in meine Nähe drängen. 

 

Ich baue Blockaden.

Du meinst, 

das sei schade. 

Aber was wenn ich dir sage,

dass dies keine makabere Maskerade 

ist und ich die Blätter nur trage,

weil ich den Blick nicht ertrage

und ich nichts blickdichteres habe. 

Gerissen aus dem düsteren Dickicht 

meiner Feigenbaum Plantage,

 

Ich fühl mich sehr wohl wohl

in der bequemen Mode 

der neuesten Kollektion

meiner.

Feigenbaumblattkreationen.

 

-

 

Staubgestaltet.

Erdenmensch.

göttlich und gewöhnlich.

der, 

weil ich er sieht’, was du nicht siehst,

sich vorm Versteckenspielen fürchtet.  

Der Angst hat, dass mich keiner sucht

und Angst wer mich dann findet.

Furcht davor allein zu sein 

und Panik sich zu binden.

 

 

Lass mich den Klang meines Wesens fassen.

Auf die verengte Spur des regennassen

Wegs meines Lebens passen

wir wohl nicht nebeneinander. 

Bis Barrieren schrumpfen

und ich Reisende wieder über die Grenzen meines Landes einlade. 

 

Du wirst sehen.

Ein Wunderwesen

verbirgt sich hinter

ungezählten

krummen Wegen, 

die nur die wenigsten beschreiten

und umkehren

scheint unter den

Gegebenheiten 

fast des Weges Ziel zu sein. 

 

-

 

Ich schleich’ verstohlen aus meinem Bunker,

zu der Stellung, die du hältst. 

schieb’ dir ungesagte Worte unter, 

bis du beim Gehen fast drüber fällst. 

 

Und schließlich leg ich meine Hülle

in deine zögerliche Hand 

Masken des Maskierens müde  

verlieren fallend Relevanz.

 

Illustration: Patricia Tarczynski

Illustration: Patricia Tarczynski

Ahnung/Gewissheit

Illustration: Patricia Tarczynski

Illustration: Patricia Tarczynski

Ich bin 

ein Ahner.

Ein wehmütig 

wandernder 

Heimwehhaber.

 

Fragender

wunderbare

Wahrheiten

für

möglich

Halter.

 

_

 

Ein diffuser Sehner

nach begehbaren Wegen

in den riesigen Rissen

zwischen

Welten, Systemen und 

sich abgrenzenden Szenen. 

 

Ein Ahnungs Atmer

und Verzweiflungsausweiner,

der tropfend

Hoffnung

für schlechtere Zeiten

hortet. 

 

_

 

Gleich ruckartigem Erwachen

aus glückseligen Traumreisen,

entfliegen die Buchseiten der Geschichte,

aus der sie sich herausreißen. 

 

Gestochen scharfe Bilder,

an die sich bloß niemand mehr erinnert.

Weil sie sich wegradieren,

sobald sich schläfrig flimmernd

das Tagewerk anknipst. 

 

_

 

Dieses vage Nagen

etwas zu kennen

aber nicht in der Lage

es zu benennen. 

 

Es liegt mir so schön auf der Zunge

und hält sich klammernd daran fest.

Weil es meint, selbst gesungen

würden Worte nicht gerecht

seinem formfluiden Wesen,

das sich ungern

in Schablonen presst.